Die Visierlinie ist die Geometrie zwischen deinem Auge, der Kimme und dem Korn - das Ziel gehört noch nicht dazu. Korrekte Ausrichtung bedeutet, dass die Oberkante des Korns auf gleicher Höhe mit der Oberkante der Kimme sitzt und die Lichtspalte auf beiden Seiten des Korns gleich sind. Schützen verdichten es zu einer Formel: gleiche Höhe, gleiches Licht.
Die Visierlänge einer Pistole ist kurz, also sind Ausrichtungsfehler teuer: eine Neigung, die das Auge kaum bemerkt, wächst zu einem Fehlschuss auf der Distanz, und der Fehler skaliert mit der Entfernung. Ein zu hoch stehendes Korn schickt die Gruppierung nach oben, ein zu tiefes nach unten, und ein an eine der beiden Wände der Kimme gedrücktes Korn schiebt die Treffer auf diese Seite.
Die Ausrichtung wird ohne Munition trainiert. Im Trockentraining ist die klassische Übung der Wall Drill: gegen eine leere Wand arbeiten, dieselbe Geometrie Klick für Klick zusammensetzen, mit dem Fokus auf dem Korn gehalten. Sobald sie sich automatisch zusammensetzt, wird die Ausrichtung über ein Ziel gelegt und wird zu einem Visierbild.